Fechterbund Sachsen-Anhalt

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Der 8. Internationale Händel-cup

 

Lehrstunde auf Weltklasse-Niveau

Ein Hauch WM- Flair war in der Sporthalle Brandberge in Halle deutlich zu spüren. Für die jungen TSG-Fechter war das Heim- Turnier in Halle nicht nur eine echte Standortbestimmung, sie erlebten hautnah internationale Spitzenklasse im Florettfechten. Mit Sebastian Murch, Darius Praus und dem jungen Tilman Richter stellte der Gastgeber TSG Halle-Neustadt in diesem Jahr immerhin drei Starter beim schon fast traditionellen „Händel-Cup“. Und jenes Trio bekam die internationale Klasse des Teilnehmerfeldes dann auch zu spüren. Knapp 200 Athleten aus 19 Nationen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren trafen sich in der Saalestadt, um den Gewinner des „Internationalen Händel-Cup“ in seiner achten Auflage zu ermitteln, wollten zugleich für die europäische Rangliste und die WM-Qualifikation punkten.

 
     
 

Die Wettkampfhalle

 

Viele Gefechte auf einmal.

 

Ein Nicht-Europäer war es dann am Ende, der den Sieg in Halle erkämpfte. Der 15-jährige Axel Kiefer (USA) hatte an jenem Wochenende alles im „Griff“. Ohne Niederlage marschierte er auf direktem Wege in die Finalrunde des „Händel-Cup“, beendete das Turnier mit einem klaren 15:8-Sieg gegen den Polen Bartosz Cegielski. „Die USA gehören längst nicht mehr zu den sogenannten „Kleinen“ der internationalen Fechtszene“, hatte Nachwuchs-Bundestrainer Artur Wojtyczka vorab gewarnt. Das US-Team untermauerte das in beeindruckender Weise in Halle. Fünf US-Boys unter den besten Acht, insgesamt 10 Fechter aus den USA in den Top 20 waren ein beredtes Zeugnis für die Kampfstärke des Teams. Für Axel Kiefer und seine Nationalmannschaftskollegen war der lange Anreiseweg keinesfalls hinderlich. „Sie sind schnell, taktisch klug agierend und technisch sehr gut“, zollte Wojtyczka anschließend dem Team aus den USA seinen Respekt. Doch der Bundestrainer fand auch kritische Worte: „ Die Leistungen unseres Nachwuchses aus Deutschland haben mich nicht überzeugen können“, so Wojtyczka. „Oftmals waren taktische Fehler zu erkennen, hat mir der letzte Kampfeswille gefehlt, wurden Gefechte unnötig abgegeben. Wir haben hier einiges zu tun, um konkurrenzfähig zu bleiben“, so der Trainer weiter.

 
     
 

Darius Praus im Gefecht

 

Grollmisch übergibt Zukunftspreis

 

Für Sebastian Murch und Darius Praus lief bei „ihrem Turnier“ anfangs alles nach Plan. Vor- und Zwischenrunde überstanden beide erwartungsgemäß. Doch der Italiener Alessandro Gridelli machte dem 1,95 m großen Sebastian Murch im folgenden K-o. einen Strich durch die Rechnung. 10:15 unterlag Murch, seit drei Monaten zum Perspektivkaderkreis des Deutschen Fechter-Bundes gehörend, dem Italiener. „Der war einfach stärker“, räumte Trainer Matthias Hertel anschließend ein. „Aber die Italiener sind eben nicht irgendwer, bestimmen nicht umsonst das Niveau im internationalen Fechtsport mit. Aber man muss auch berücksichtigen, dass Sebastian seine Verletzung am Fuß noch nicht vollständig überwunden hat“, fügt er hinzu. Der TSG-Fechter hatte sich vor vier Wochen eine Verletzung an der Ferse zugezogen, die noch nicht komplett ausgeheilt war. „Ich wollte unbedingt starten, habe auch die Probleme mit der Ferse in Kauf genommen. Das war es mir wert“, so der 16-jährige. Darius Praus blieb im K.o. am Andrzej Rzadkowski (POL) mit einer deutlichen Niederlage „hängen“. „Darius hat seine Schnelligkeit als Stärke nicht wirklich zur Geltung bringen können. Der Pole hat sich immer wieder entziehen können und getroffen. Daran werden wir arbeiten“, so Trainer Hertel.

 
     
 

Finale Kiefer (USA) - Cegielski( Polen)

 

Die Sieger des 8. Händel-Cups 2011

 

   

Für den erst 13-jährigen Tilman Richter war bereits sein Start beim Händel-Cup ein Erfolg. Der noch in der um bis zu drei Jahre jüngeren B-Jugend fechtende TSG-er schied nach der Vorrunde aus, lieferte jedoch in jedem seiner Gefechte den Kontrahenten einen großen Kampf. „Tilman hat ein großes Herz, fightet um jeden Treffer. Er hat in jedem Fall Perspektive und könnte in zwei bis drei Jahren hier ganz vorn mitmischen“, lobte Thomas Riedel, Fachverbandspräsident und Gastgeber des Turniers, anschließend. Riedel wiederum erhielt von allen Seiten Lob in Sachen Organisation und Ambiente. „Ob Turnierablauf, technische Betreuung oder die Sporthalle selbst. Das hat hier internationales Top-Niveau“, äußerte Turnier-Manager Willy Gsching anschließend. „Das hat sich nun auch bis über den großen Teich herum gesprochen und beweist, dass der Händel-Cup aus der Serie der Cadet Circuit- Turniere nicht mehr weg zu denken ist. Wir freuen uns schon auf das kommende Jahr“, fügt Gsching hinzu. Thomas Riedel bedankte sich seinerseits vor allem bei den Förderern des Turniers: „Ohne die Stadt Halle, ohne Lotto-Toto und die zahlreichen Sponsoren, aber auch ein eingeschworenes Team von Helfer des Fechtcentrums Halle, wäre das alles nicht umsetzbar. Wir haben ohne Zweifel viel Werbung für unsere Stadt, unsere Förderer und den Fechtsport gemacht“. Händel-Cup- Gewinner Axel Kiefer jedenfalls genoss am Sonntagnachmittag die ihm gebührende Aufmerksamkeit, gab ruhig und gefasst das obligatorische Sieger-Interview, um dann in aller Ruhe seine Heimreise vorzubereiten. Zuvor durfte er aus den Händen von Klaus-Dieter Liebau, Ministerialdirigent des Ministeriums für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, der aufmerksam das Geschehen in der Sporthalle Brandberge verfolgte, die begehrte Trophäe entgegen nehmen. Im kommenden Jahr will er zur Titelverteidigung wieder nach Halle kommen.

Text und Bilder: Olaf Wolf
 
 
 
   
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